Ständer für Zwei-Komponenten-Kleber-Rührtopf

Wer schon einmal ein Holzmodell selbst gebaut oder ein vorgefertigtes Modell zusammen gebaut hat, der wird sicher das Problem mit Zwei-Kompnenten-Klebern wie Epoxid-Harz kennen. Werden die beiden Stoffe im richtigen Verhältnis in einem Behälter vermischt, so ist der Behälter hinterher nicht mehr verwendbar. Es gibt zwar einige bewährte Methoden, die nutzbar sind, doch erzeugt beispielsweise der bekannte kleine Kunststoffbecher (Pinnchen), der zum Genuss von Likören verwendet wird, ständig Abfall und Nachkaufbedarf.

Um dieses Problem zu umgehen, hat einer unserer erfahrendsten Modellbauer, Reiner Mach, das folgende Hilfsmittel entwickelt. Den Artikel können Sie auch als PDF-Datei herunterladen.

(Hinweis: Namen und Bezeichnungen von bekannten Marken und Herstellern sind rein zufällig und beliebig ersetzbar.)


Kniffe aus der Werkstatt

Wer häufig mit 2-Komponenten-Werkstoffen arbeitet kennt die Probleme:

  1. In welchem Gefäß rühre ich das Harz/den Kleber an?
  2. Womit rühre ich an?
  3. Wie stelle ich das Gefäß, damit ich es möglichst restlos entleeren kann?
  4. Womit entnehme ich das Material für punktuelle oder flächige Anwendungen?
  5. Muss ich jedes Mal ein neues Gefäß verwenden?

Zunächst möchte ich auf das Gefäß bzw. auf den Werkstoff des Gefäßes eingehen. Grundsätzlich verwende ich Gefäße aus einem Kunststoff der Gruppe Polyolefine. Das klingt wissenschaftlich, ist aber nichts schlimmes. Es handelt sich um Kunststoffe, die sich durch gute Chemische Beständigkeit auszeichnen. Bekannt sind diese Thermoplastischen Kunststoffe unter den Bezeichnungen Polyethylen (PE; oft weichere Einstellungen im Einsatz) und Polypropylen (PP; im Regelfall stabiler als PE). Auf Grund ihres molekularen Aufbaues lassen sich diese Werkstoffe nur nach technisch aufwändigen Verfahren kleben oder lackieren (weil keine freien Enden in den Molekülketten die Klebefunktion unterstützen). Diesen „Nachteil“ machen wir uns zu Nutze – die angerührten 2-Komponenten können keine feste Verbindung zum Rührgefäß aus PE oder PP eingehen.

Die preiswerteste und handlichste Lösung fand ich in den 250 Gramm Margarinedosen der Marken BECEL und RAMA (siehe Fotos 04 und 05). Nach der Entnahme der Margarine muss gut gesäubert werden. Ich wische den Becher mit Küchenpapier aus und gebe ihn in die Geschirrspülmaschine. Danach bieten diese Rechteckdosen die Möglichkeit die inneren vier Bodenecken nacheinander zum Anrühren zu nutzen. Damit das angerührte Material nicht über den ganzen Boden breit läuft muss die Dose jeweils auf einer Ecke stehend gehalten werden. Genau dafür habe ich mir aus wenigen Teilen und preisgünstigem Resten Pappelsperrholz einen Ständer gebaut.

Bild 1: Die zugeschnittenen und geschliffenen Holzteile. Die Radien dienen nur der Optik und dem angenehmeren Handling.

Bild 2: Die ersten Klebungen. Die beiden Anschlaghölzer rechts im Bild lasse ich erst neben dem Eckenradius beginnen. Dadurch kann ich später im Gebrauch die gelegentlich auftretenden Bastelspäne leichter durch den Zwischenraum herauswischen.

Bild 3 und Bild 4

Bild 3: Nach Trocknung der Klebungen von Bild 2 wird die Platte mit den Anschlaghölzern auf die Schräge des Fußes geklebt. Ich lege unter die Ecke unten einen Holzrest von ca. 1 – 2 mm Stärke. Damit wird verhindert, dass die Platte soweit abrutscht, bis sie die Standfestigkeit beeinträchtigt.

Bild 4: Boden der 250 Gramm BECEL Margarinedose von außen.