Minare (Curare 40) Baubericht

Unser langjährig erfahrenes Vereinsmitglied Holger Gerhards baute dieses Modell komplett eigenständig. Es wurden für das Modell keine Fertigteile verwendet. Fertigteile kamen nur dort zum Einsatz, wo die Eigenherstellung entweder unnötig oder aber zu ungenau gewesen wäre. In vielen Stunden entstand so ein Modell, welches seit ein paar Jahren ohne Probleme und mit hoher Geschwindigkeit immer wieder unseren Modellflugplatz überquert. Im folgenden Text berichtet Holger Gerhards über die Einzelschritte zur Entstehung der Curare 40.

 


 

Der Plan
Den Plan Plan von Hanno Prettner habe ich mir aus der Zeitschrift FMT kopiert und im Original mit einigen Kontrollmaßen versehen. Z. B. Rumpflänge, halbe Flächenlänge, Wurzeltiefe, Randtiefe, Leitwerksmaße. Da es, wie bei den meisten reinen Bauplänen, keine Stückliste gibt, wurden alle fehlenden Materialstärken in die Plankopie an der Wand eingetragen.

Bau der Minare
Kaufteile zum reinen Modell sind: Kunststoffmotorträger, Tank, Bugfahrwerk, Hauptfahrwerksdraht, Nutleiste, Plexi-Kabinenhaube, Räder, und Anlenkungen.

Einzige Änderungen gegenüber dem Original:
Zwei Flächenservos, Rumpfvorderteil Sperrholz statt Balsa/Sperrholz Sandwich, Hauptfahrwerk 10mm weiter hinten.

Dann wurden möglichst alle Einzelteile bzw. Gruppen gedruckt und ausgeschnitten. Auch die langen Rumpfseitenteile. (Bilder 1 bis 3) Beispiel hier die Rippen und Spanten.

Höhenleitwerk:
Wie bei einer Phantom
Damit habe ich angefangen. Da ich bewusst immer nur ca. 4 Stunden die Woche daran gearbeitet habe (das Wetter war zu gut), ist die Reihenfolge etwas unkonventionell.

 

 

 

 

Also schneiden und Balsa-beplanken (Bild 3) mit der Bügel-Methode (Omas Bügeleisen hält 10 Minuten die Temperatur... ohne Akku und Kabel!)

 

 

 

 

 

Dann noch Nasenleiste und alles verschleifen und im richtigen Winkel zusammenkleben. Abschließend noch Scharniere rein, Ruder ansetzen und mit Folie bebügeln. Aber vorher genau anzeichnen, wo nacher die Rumpfkante verläuft. Auf Folie lässt sich nun mal schlecht kleben (Bild 4).

 

 

 

 

 


Der Rumpf:
Viel Holz
Um die EWD gut zu treffen habe ich die Rumpfseitenteile in allen Bauphasen mit dem Plan kontrolliert. Ein einfaches Auflegen der Teile auf dem Papier zeigt schnell, ob es noch Unebenheiten und somit Fehlerquellen gibt, die sich beim Flug unter Umständen extrem auswirken können (Bild 5).

 

 

 

 

 

 

 

Und nun zumachen und den Kabinenrahmen bauen. Motorträger ausrichten, festmachen und umbauen mit viel Holz. Das Bugfahrwerk wird auch jetzt festgemacht. Der Hohlraum ist für ein Einziehfahrwerk vorgesehen. Das wird in der Minare allerdings sehr eng. Ich hab es gelassen und nur einen abnehmbaren Deckel gemacht. Dahinter dann die Bugfahrwerkanlenkung (Bild 6).

Der Leistenschneider im Hintergrund wurde für Fliegengitter und nicht fürs Modell gebraucht :-) Es war Sommer.


RC-Anlenkungsrohre lassen sich jetzt am besten platzieren. Alle Anlenkungen wurden mit Stahldraht realisiert (Bild 7), außer der Motordrossel. Die Seitenflosse ist bei der Minare/Curare eine aufwändige Konstruktion. Aber mir fällt auch nichts Besseres ein.

 

 



 

Kabienenhaube noch drauf wurschteln (Bild 8) und mit UHU hart verkleben. (Tipp vom Vereinskameraden.) Etwas methanolfeste Farbe war auch grad zur Hand. Und dann heißt es schleifen, schleifen und nochmal schleifen. Ist ja alles so rund bei dem Vogel.

 

 


Tragflächen:
Schaum und Balsa
Nun weiß man ja leider, dass sowohl Menschen als auch Papier nicht immer fehlerfrei sind. ;-) Das musste ich beim Bau der Minare jedenfalls erneut feststellen. Meine Erfahrungen im Modellbau kamen mir an dieser Stelle sehr zugute. Bei den Flächen ist im FMT Plan von Hanno Prettner ein Fehler. Das ist im Beiblatt auch erklärt. Leider ist da aber noch ein Fehler: Die Randrippe ist ca. 5 mm länger. Die Rippen selber stimmen aber, wie Hanno selber versichert, ist das Randprofil nicht symmetrisch (Bild 9)!

 

 

So, nun wird es ernst: Nun muss meine Styro- Säge zeigen was sie kann (Bild 10). Die Kerne sind genau 700 mm lang (siehe Thema Kontrollmaße). Insgesamt habe ich da nicht so viele Bilder. Ich musste mich ja konzentrieren. Ein Flächenverzug bei 2 mm Beplankung dürfte hinterher kaum mehr raus zu holen sein.

 

 


Die beiden Flächenkerne: Hier sind schon die Nutleisten und Kabel auf der Oberseite drin sowie Endleisten dran (Bild 11). Ich beplanke meist auf die Endleiste. Dann Flächen beplankt. Das wurde wie beim HLW mit verdünntem Weißleim gemacht. Allerdings wegen der Verzugsgefahr in den Negativ-Styroporschalen. So dann noch die Servoschächte...

 

 

 
Ok, könnte was werden. Also Nasenleisten und Randbögen dran und wieder schleifen (Bild 12). Scharniere und Querruder, dann können die Flächen zusammengeklebt werden. V-Form, wie im Plan, ist 55 mm Überhöhung, wenn eine Seite aufliegt. Anschließend noch Matte und Harz in die Mitte. In Bild 30 liegt schon Folie bereit.

 

 

 

 


Farbe und Folie:
Die meisten meiner Selbstbau-Modelle werden rot und gelb (Bild 13). So sehe ich das Modell in der Luft am besten und es gibt auch passende, leuchtende Folien dazu. Die Kabienenhaube ist beim Erstflug abgeflogen. Wir haben sie wiedergefunden, da ein Vereinskamerad sehr genau hin geschaut hat, als sie fiel. Die Befestigung wird also noch etwas geändert.

Man sieht, dass Höhenleitwerk kommt sehr spät rein. Und nun zur Folie. Unten rot, oben gelb mit rotem Keil. Grundsätzlich bespanne ich zuerst immer die Ruder und Endbögen (Bild 14).

Die Folie sollte immer so aufliegen, das kein Rand zur angeströmten Seite liegt. Ähnlich wie bei Dachziegeln sollte die Überlappung von vorn nach hinten sein... Idealer Weise :-)

Das ganze Gerät
Fliegen soll er nun (Bild 15).

Naja, nun ist es also soweit. Der Enya läuft prima, Rollversuche sahen auch gut aus, also ans Ende vom Platz und volles Gas rein.

Sie rollt wie auf Schienen (Fahrwerkänderung hat sich gelohnt) und bei 2/3 Platzlänge ziehe ich mal kurz und sie fliegt. Da ich zunächst den Schwerpunkt konservativ ein paar mm zu weit vorne habe, muss ich gleich etwas Höhe trimmen. Quer ganz leicht austrimmen und ich fliege ein paar Runden ohne weitere Trimmungen.

Der Enya hat die falsche Luftschraube drauf (11 x 6), ist laut trotz Mehrkammerdämpfer und zieht schlecht. Trotzdem muss ich die Curare auf Höhe mal aushungern lassen. Sie sackt fast gerade durch... Doch dann, wie oben schon erwähnt, verliere ich plötzlich irgentwas. Die Kabienenhaube hat sich losvibriert. Das Modell fliegt aber normal weiter.

Klar gehe ich jetzt die Landung an. Ich lande natürlich mit zu viel Fahrt, aber sie rollt schnurgeradeaus bis 2 Meter vor dem Platzende.

Nach einer Erholungspause kam eine größere, andere Luftschraube drauf (Graupner 12 x 6 Zoll). Damit zog er prima und war leise. Die wiedergefunden Haube wurde erstmal mit Klebeband gesichert und der zweite Flug konnte absolviert werden. Ruderausschläge hab ich nach Gefühl auf ca. 30 ° auf allen Rudern. Das scheint zu passen.

Nach einem dritten Flug entstanden dann noch Bilder bevor es endgültig zu dunkel wurde.

 

Rietberg, 16.09.2009
Holger Gerhards