Ju-87 Stuka G2 35e Optimierung

Der Modellbau bedeutet nicht nur, dass man ein komplettes Modell selbst anfertigt und aufbaut. Modellbau kann ebenso bedeuten, dass ein vorgefertigtes Modell, bei dem die meisten Teile nur noch gemäß Anleitung zusammengesetzt werden müssen, optimiert wird. Bei den Modellen, die aus Schaumstoffen gefertigt sind, lassen sich relativ einfach Verbesserungen vornehmen. Olaf Albrecht, ein erst wenige Jahre zu unserem Verein gehörendes Mitglied, zeigt an dieser Stelle, wie auch ein Holzmodell angepasst werden kann.

 


 

Hyperion Ju-87 Stuka G2 35e
Es gibt zahlreiche Modelltypen, die besondere Augenmerke auf Aussehen, Gestaltung, Geschwindigkeit oder Realitätstreue legen. Ich selbst gebe allerdings solchen Modellen den Vorzug, die entweder den sogenannten Warbirds entsprechen (also solche, die Kampfflugzeugen nachempfunden wurden) oder höhere Geschwindigkeiten aufweisen. Darüber hinaus finde ich es cool, wenn ein Modell möglichst viele Funktionen hat. (Zwar habe ich noch immer kein Flugzeug, das gekühlte Bierdosen abwirft oder aus Raketenpylonen Rostbratwürstchen abfeuert, aber da denke ich, dass wenigstens der Wunsch schon zählt.) Richtig genial finde ich Flugzeugemodelle, welche diese Eigenschaften kombinieren, also "scale" aussehen (wie echt wirken), möglichst viele Funktionen haben und viele Kanäle gebraucht werden und darüber hinaus noch mit deutlich höheren Geschwindigkeiten geflogen werden können.

Ok... Also... Ich hatte kürzlich das Glück, eine Hyperion Ju-87 Stuka G2 35e mit einer Spannweite von 1,40 Meter für wirklich wenig Geld als Restposten beziehen zu können. Das Modell wird aktuell nicht mehr angeboten, erweckte aber mein Interesse wegen der Optik und Funktion. Na gut, ein Einziehfahrwerk fehlt und die sogenannten Jericho-Trompeten, also die Dinger an dem Fahrwerk, die beim Sturzflug das helle Heulen erzeugten, sind an dem Modell nicht vorhanden. Einziehfahrwerk hat aber das Original eh nicht. Da ich schon eine fliegende Schaumwaffel habe, die ein solches Fahrwerk hat, konnte ich bei der Ju-87 darauf verzichten. Dafür hat die Stuka aber auch Landeklappen... - Und genau hier fängt das Problem an!

Die Hyperion Ju-87 Stuka G2 35e kommt original mit einem guten und vor allem sehr gut verarbeiteten Motor daher, welcher allein schon nicht unter 120,00 Euro zu kriegen ist. Erstaunlich fand ich auch, dass der Motor nach ISO 9001 gefertig wird. Die Verarbeitung ist auch wirklich sehr gut und sauber. Allerdings ist das nicht nur bei dem Motor festzustellen, sondern bei allen gelieferten Teilen. Das gesamte Ding kostet offiziell rund 240,00 Euro. Ich konnte es aber als Restposten deutlich günstiger bekommen! Dennoch ist es erstaunlich, dass bei dem Preis des Motors das restliche Modell so günstig ist. Ok, das gut ausgewählte Holz ist augenscheinlich Laser-geschnitten, wodurch sich bei einer Massenfabrikation sicher Kosten sparen und passgenaue Teile fertigen lassen.

Empfohlen wird, den Vogel mit einem 3S-Akku zu fliegen. Weil ich aber zwar Scale-Modelle mag, aber nie mit der für mich zu niedrigen Geschwindigkeit zufrieden bin, fliege ich diese geile Taube mit 4S. Hierdurch zieht das Teil wirklich gut ab! (Und meine Jericho-Trompeten werde ich auch noch bauen, damit wenigstens ein deutliches Sirren zu hören ist, wenn ich den Kanonenvogel in den Sturzflug ziehe! Allerdings müssen die zuschaltbar sein. Ich stelle mir da kleine Propeller vor, die kleine mechanische Sirenen drehen, wie es die originalen Jericho-Trompeten auch sind, die ich per Servo anhalten oder drehen lasse. So kann ich sie beliebig ein- oder ausschalten. Allerdings könnten die aufgrund der geringen Größe recht hochtönig und dem entsprechend nicht echt klingen. Als Alternative kann ich auch noch jene Pfeifen einsetzen, die es für Segelflugzeuge und Hotliner gibt. Diese sind einfache, geschlossene Zylinder, auf der eine Pfeife sitzt, die durch den Sturzflug Wind einlässt und somit die Luft in dem Zylinder zur Schwingung bringt. - Mal sehen...)

Problemfall Landeklappen
So, nun zum eigentlichen Thema: Die Landeklappen. Wie man auf Bild 4 sieht, sind nur die äußeren Klappen mit dem schwarzen Servo angelenkt. Das Servo bei der kleinen inneren Klappe links daneben fehlt. Beim Landen mag das kaum jemanden auffallen. Da ich aber an so einer Stelle zu genau bin, fällt es mir mehr als jedem anderen auf. Und es geht mir unheimlich auf den Geist, dass die nicht ansteuerbar sind! Bei mir müssen auch die inneren Landeklappen nutzbar sein! Pflichtprogramm! - Ist doch klar!

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

Die richtig gute wäre, wenn man den inneren Landeklappen, die wegen der vor dem Rumpf angewinkelten Tragflächen (Bild 5. Rechts neben den starren Hörnern die Hörner der äußeren Landeklappe mit Verschraubung als Gelenk.) von den äußeren Klappen getrennt sind, mit zwei weiteren Servos ansteuern würde. Dieses würde jedoch bedeuten, dass ich die Tragflächen einschneiden und Halterungen für die Servos einbauen müsste. Die zusätzlichen Servos könnte ich über ein Y-Kabel mit den äußeren Servos verbinden, sodass ich nicht zwei weitere Kanäle belegen müsste. (Zur Zeit habe ich bereits sieben Kanäle belegt: 1 x Motor [Mehr als klar!], 1 x Höhenruder, 1 x Seitenruder, 2 x Querruder, 2 x Landeklappen.) Das würde bedeuten, dass ich die beiden Landeklappen pro Tragfläche gemeinsam am Sender trimmen könnte. Das sollte genügen und kaum Präzisionsprobleme beim Setzen der Landeklappen erzeugen.