Flugleiterrichtlinie Neufassung 2016

Vorwort:

Mit dem Einsatz von Flugleitern (Flugbetriebsleitern) und dem Führen des Flugbuches erfüllen wir die
Auflagen aus der Aufstiegsgenehmigung der Bezirksregierung Münster und schaffen Voraussetzungen für
einen möglichst sicheren Flugbetrieb.

Diese Richtlinie ist Grundlagenwissen für die Flugleiter und Merkblatt für die Anwendung durch Flugleiter
und Piloten. In einem hoffentlich nicht auftretenden Schadensfall kann mit der Erfüllung dieser Richtlinien
und dem ordnungsgemäßen Führen des Flugbuches ein Haftungsausschluss für den Verein und den jeweiligen
Flugleiter möglich werden.

Hinweis: Jeder Nutzer unseres Modellfluggeländes hat sich so zu verhalten, dass die öffentliche Sicherheit
und Ordnung gewahrt bleibt, kein Anderer gefährdet oder geschädigt wird, oder mehr als nach den Umständen
unvermeidbar behindert oder belästigt wird.

Für das sichere Betreiben eines Flugmodells ist in erster Linie der jeweilige Pilot verantwortlich, der
Flugleiter kann nur dann haftbar gemacht werden, wenn ihm grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird.
Das ist bei Einhaltung dieser Richtlinie in der Regel nicht möglich.


Allgemeines:

Der jeweils eingesetzte Flugleiter muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und pflichtgemäß den gesamten
Flugbetrieb regeln. Der Flugleiter ist ein Organ des Vereins und mit Vollmacht des Vorstandes ausgerüstet.
Der Flugleiter darf während der Ausübung seines Amtes nicht selber fliegen oder sich anderweitig vom
Fluggeschehen abwenden. So vermeidet er im Schadensfall dafür zivil- und/oder strafrechtlich haften zu müssen.

Die Aufstiegsgenehmigung, die Satzung der MFG Möwe Delbrück-Rietberg e.V. und die Flugordnung sind Grundlagen
allen Handelns in unserem Verein und auf dem Fluggelände. Sämtliche für den Flugbetrieb relevanten Passagen
daraus sind in diesem Dokument enthalten.

Flugleiter kann nur ein Mitglied sein, das über Erfahrungen im Führen von Flugmodellen verfügt.

Der Flugleiter entscheidet aus der jeweiligen Situation heraus nach seinem Ermessen und erteilt entsprechende
Anweisungen. Diesen Anweisungen muß sofort Folge geleistet werden.

Einwendungen und Widersprüche gegen getroffene Entscheidungen sind an den Vorstand zu richten.

Hinweis zum Verhalten im Schadensfall:
Bei Personenschäden mit Besonnenheit reagieren und folgendes beachten:
1. Sofortmaßnahmen am Unfallort ergreifen, Rettungsdienst rufen - Rufnummern hängen in
    der Hütte aus.
2. Vorstand umgehend über den Vorfall unterrichten.
3. Bei Aussagen gegenüber zuständigen Behörden (Polizei und/oder Staatsanwaltschaft) genügt zunächst die
Angabe von Name und Adresse – ansonsten wird der verein einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Die Regeln für den Flugbetrieb:

1)    Wenn mehr als drei Piloten am Platz aktiv sind, darf der Modellflugbetrieb nur durchgeführt werden,
       wenn sich einer als verantwortlicher Flugleiter in das Flugbuch einträgt.
       Jugendliche unter 18 Jahren sind gemäß dieser Regel als Flugleiter nur so lange tätig, wie ausschließlich
       Jugendliche anwesend sind. Eintreffende Vollmitglieder müssen die Aufgabe baldmöglichst übernehmen.

2)    Der Flugleiter hat im Flugbuch die zeitliche Übernahme und Abgabe der Funktion sowie alle
       Unregelmäßigkeiten während des Flugbetriebes einzutragen.

3)    Der ordnungsgemäße Zustand des "Erste Hilfe Kastens" (Kfz-Ausrüstung) in in der Vereinshütte muss
       beim ersten Eintrag am Tag vom Flugleiter im Flugleiter-Tagesbericht (Flugbuch) bestätigt werden.

4)    Der Flugleiter muss sich durch Tragen einer Flugleiter-Weste und/oder -Armbinde allen Anwesenden
       kenntlich machen.

5)    Der Flugleiter sorgt dafür, dass im Notfall „Erste Hilfe“ geleistet wird.

6)    Der Flugleiter stellt sicher, dass der Verkehr auf den Wirtschaftswegen in der Umgebung des
       Modellfluggeländes sowie die Bewirtschaftung der angrenzenden Felder durch den Modellflugbetrieb nicht
       gefährdet oder behindert wird.

7)    Während des Einsatzes als Flugleiter darf das Mitglied selber kein Modell steuern. Der Flugleiter
       muss nicht den ganzen Tag seinen Dienst verrichten. Schon aus Gründen der Konzentrationsfähigkeit
       ist es angeraten, dass mehrere Mitglieder das Amt des Flugleiters über den Tagverteilt wahrnehmen.

8)    Das Flugfeld darf nur von versicherten aktiven Piloten, die Mitglied der MFG Möwe sind, sowie deren
       Helfern oder Gastpiloten mit Tagesmitgliedschaft betreten und genutzt werden. Aus Sicherheitsgründen
       stehen alle anderen Personen hinter den Fangzäunen.

9)    Die Flugzeiten auf diesem Platz gelten für alle Modelle über 5 kg Gewicht, sowie alle Modelle mit
       einem Antrieb durch Verbrennermotor, Heckpropeller, Impeller und Elektro-Speed-Modelle.    
       Montag  – Samstag              10.00 – 12.00 und    13.00 – 20.00 Uhr;
       Sonntag/Feiertag                                          nur    13.00 – 20.00 Uhr
       längstens jedoch bis Sonnenuntergang.

10)  Die unter Punkt 9 beschriebenen motorisierten Modelle dürfen nur betrieben werden wenn der Pilot
       einen Lärmpass dafür mitführt, der die Einhaltung des Geräuschpegels von max. 80 dB(A)/25 m bestätigt.
       Bauseitige Veränderungen (Motor, Auspuff, Propeller) machen eine erneute Prüfung notwendig.

11)  Es dürfen gleichzeitig maximal 3 Modelle geflogen werden, wenn eines der Modelle in die unter
       Punkt 9 genannte Beschreibung zur Motorisierung fällt.

12)  Modelle, die im Pkt.9 nicht aufgeführt sind, dürfen auch außerhalb der Zeiten geflogen werden,
       wenn dadurch keine Gefährdungen oder Belästigungen auftreten.

13)  Der Flugleiter muss Flugverbot erteilen, wenn das Modell und/oder die Steuerungsanlage Grund zum
       Zwiefel am einwandfreien technischen Zustand geben.

14)  Die Grenzen des Flugraumes und die Tabuzonen dürfen nicht überflogen werden.
       Den Gastpiloten/Tagesmitgliedern ist die geltende Flugordnung zu erläutern.

15)  Der Schutzzaun und das Eingangsnetz (untere Stellung) muss während des Flugbetriebes
        in Funktion sein.

16)  Die aktiven Piloten stehen zusammen am Rand der Längsseite des Platzes in der Nähe des
       mittleren Einganges. Bei Seglerschlepp-Fliegerei kann in Absprache aller aktiven Piloten der
       Standort vorübergehend an eine Querseite wechseln.

17)  Alle aktiven Piloten der MFG Möwe tragen sich vor Beginn ihres aktiven Flugbetriebes mit
       Datum, Namen und Vornamen im Flugbuch ein. Bei Gastpiloten ist zusätzlich die Eintragung der
       Adresse und des Versicherungsnachweises erforderlich.
       Bei Beendigung ihres Flugbetriebes müssen alle Piloten die Uhrzeit und Besonderheiten im
       Flugbuch eintragen.

18)  Manntragenden Luft- und Land-Fahrzeugen, Personen und jeglicher Art von Tieren ist grundsätzlich
       auszuweichen – sie dürfen nicht angeflogen oder verfolgt werden.



Delbrück im März 2016

Vorstand der MFG Möwe

Jürgen Landkorz    Detlef Voß
Vorsitzender           2. Vorstitzender