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Besuch der St.-Hubertus-Schützen

Am Samstag, 24.08.13, bekam die MFG Möwe wie angekündigt Besuch von der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Bokel e. V. 1886. Die Schützenbrüder organisieren jährlich eine Radtour, bei der sie nahe und entferntere Ziele anfahren, um bei guter Unterhaltung, Musik oder Hobby und einem gekühlten Bier zur Erholung eine vergnügliche Pause einzulegen. Es waren 24 Vereinsmitglieder angereist. (Ernst Brockschnieder, Dirk Deppe, Hermann Deppe, Alfons Descher, Werner Doppmeier, Heinz Hanewinkel, Herbert Hünemeier, Josef Hünemeier, Olaf Hünemeier, Conni Kraienhorst, Alfred Oesterwiemann, Hans Georg Oesterwiemann, Michael Oesterwiemann, Ludger Peitzmeier, Meinhard Pollkläsener, Meinolf Ridder, Carsten Schulte, Andre Siefert, Jürgen Spexard, Bernd Sudahl. Vom Vorstand waren Klaus Spexard, Friedhelm Gehrmann, Willi Wiesbrock und Andreas Siefert anwesend.)

Dieses Jahr war der Modellflugplatz der MFG Möwe das Ziel der Tour. Nicht ohne Hintergrund, denn der eine oder andere hatte bereits mal Kontakt mit dem Modellflug und auch die eine oder andere Bekannt- und Freundschaft innerhalb der beiden Vereine führte zu der schnellen Entscheidung des diesjährigen Reiseziels. Der erste Vorsitzende der Möwe, Siegfried Reimann, sagte prompt und gerne auch das Schüler-Lehrer-Fliegen zu.

Trotz des recht windigen Wetters bei rund 26 ° C wurden die Flugmodelle nicht am Boden gelassen. Die sechs Möwe-Mitglieder bekundeten den starken Wind mit "Ich bin ein Mann! Ich habe Angst!" oder "Ich habe keine Angst! Mir schlottern nur die Beine." oder "Heute ist es so kalt. Ich friere." Nachdem dann aber die ersten Flüge mit starken Turbulenzen und drehenden Winden absolviert waren, wollte nach anfänglich merklichen Berührungsängsten auch Mitglieder der Schützenbrüder den ersten Versuch starten. Während Reimann die Funktionen am Sender erläuterte und die Grundlagen von den interessierten Schützen mühelos aufgenommen wurden, ging es auf dem Flugplatz, um das Modell in die Luft zu bringen.

Reimann, der seinen Sender mit einem Schüler-Lehrer-Kabel an einen weiteren Sender angeschlossen hatte, startete zunächst das Flugzeug. Es handelte sich dabei um eine aus Schaumstoff gefertigte Multiplex Fun Cub. Die schon lange breit vertretenen Schaumstoffmodelle sind recht robust, sehr widerstandsfähig und dennoch mit Sekundenkleber sehr leicht reparabel. Es sei zugleich an dieser Stelle angemerkt, dass das Fliegen eines Modells zwar schnell gelernt werden kann, doch das Starten und besonders das Landen sind die kritischen Situationen, mit denen unerfahrene, praxisfremde Personen zunächst überfordert sind. Während Reimann das Flugzeug in eine sichere Höhe brachte, erläuterte er seinem Schüler, Friedhelm Gehrmann, Beisitzer im Vorstand der Schützenbruderschaft, warum er das Modell so steuert und welche Auswirkungen das hat.

War das Flugzeug erst einmal in sicheren Höhe, konnte der erste Vorsitzende der MFG Möwe mit dem Betätigen eines Schalters die Kontrolle an den Schülersender übergeben. Auch hier sprach Reimann an, wie der Schüler ein Gefühl für das Flugmodell bekommen könne.

Naturgemäß traten dann auch solche Probleme auf, die Neulingen immer passieren. Drohte das Modell in so einer Situation abzustürzen, kam es dem Boden zu nahe oder flog es einfach zu tief, als dass dem Lehrer noch genügend Zeit für eine Übernahme zur Verfügung stand, schaltete Reimann wieder auf den Lehersender und zog das Flugzeug wieder in sichere Höhe, wo er die Kontrolle wieder zurück geben konnte. Die allgemeine Belustigung blieb dabei natürlich nicht aus.

Als sich viele der Schützenbrüder auf dem Flugplatz hinter den beiden Modellfliegern einfanden, um sich das Spektakel anzusehen, verlohr Gehrmann plötzlich die Kontrolle. Was niemand bemerkt hatte, war, dass Reimann die Kontrolle längst an sich gerissen hatte, um das Modell zu retten. Das Flugzeug drohte allerdings nach wie vor, abzustürzen. Die Profis der MFG riefen, dass der erste Vorsitzende doch Schub geben und den Flieger hochziehen solle. Dennoch konnte das Elektromodell nicht mehr in Sicherheit gebracht werden. Der starke Wind an diesem Tag sorgte dafür, dass das Flugzeug nicht mehr dagegen ankam und etwa 25 Meter weit im umringenden Mais notgelandet werden musste.

Während sich der Schülerpilot Gehrmann, der erste Vorsitzende der MFG Möwe Reimann und Olaf Albrecht, Webmaster der MFG Möwe, in das Feld schlugen, um die Unglücksmaschine zu bergen, überlegten die Schützenbrüder und die übrigen vier anwesenden Möwe-Mitglieder, ob sie dem Schülerpiloten die Schuld zuweisen sollten.

Waren ursprünglich drei Personen im Mais für die Bergung eingetaucht, tauchten zunächst nur zwei nach dem Auffinden der Unglücksmaschine wieder auf. Trotz der Schadenfreude hatte aber Reimann sich nicht verirrt. Er hatte das Modell gefunden und kam kurze Zeit später mit dem gänzlich heilen Flugzeug in der Hand wieder heraus.

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Mais weit über drei Meter hoch ist. Befindet man sich im Feld, so kann man sich an keinem Orientierungspunkt mehr halten, wie einem Baum oder einem hohen Gebäude. Sie können durch den hohen Mais nicht mehr gesehen werden. Und weil das Blätterwerk nur eine Sicht auf kurze Distanz gewährt, sollten Personen ohne entsprechende Orientierung das Feld besser nicht betreten. Lustiger Weise kam es in den vergangenen Jahren auch schon mal vor, dass Personen zwei-, dreihundert Meter weit entfernt am anderen Ende des Maisfeldes wieder herauskamen. Dennoch achten die Mitglieder der MFG Möwe darauf, keine der Pflanzen zu beschädigen oder abzuknicken.

Der erste Vorsitzende der MFG Möwe gestand ein, dass der Fehler kein Pilotenfehler und auch kein Fehler des Schülers gewesen sei. Die Zuschauer hatten nicht mitbekommen können, dass die Schaumwaffel, wie Flugmodelle aus Schaumstoff scherzeshalber auch genannt werden, zwar steuerbar war, aber kein Gas mehr annahm.

Nun bekann also die Fehlersuche. Nachdem Reimann die Haube über dem Motordom geöffnet hatte, stellte er augenblicklich fest, dass sich eines der drei Anschlusskabel gelöst hatte. Mit nur zwei Kabeln regiert der Motor zwar noch, doch stottert er dann nur noch, ohne einen nennenswerten Schub geben zu können. Nachdem das Kabel wieder verbunden war, konnte erneut gestartet werden. Den zweiten Flug absolvierte Schützenbruder Michael Oesterwiemann, bei dem sich das selbe Flugverhalten einstellte und Reimann wieder den Unglücksvogel in das Maisfeld setzen musste. Erneute Fehlerursache war das Kabel.

Leider musste an dieser Stelle das Schüler-Lehrer-Fliegen abgesagt werden, um sowohl das Modell vor einem Schaden zu schützen als auch das Lösen des Kabels unter Testbedingungen erst einmal zu beobachten.